Maturaprüfung

Vorgaben Bund und Kanton

Maturitätsanerkennungsreglement MAR

Die Mittelschulausbildung in der Schweiz wird durch das Maturitäts-Anerkennungs-Reglement geregelt. Das MAR wurde vom Bundesrat gemeinsam mit der Erziehungsdirektorenkonferenz im Februar 1995 in Kraft gesetzt. Das Reglement enthält Vorschriften für die letzten vier Jahre vor der Maturität. Jeder Kanton und jede Schule hat innerhalb dieser Rahmenbedingungen eine relativ grosse Gestaltungsfreiheit.

Das MAR regelt für die ganze Schweiz die Bedingungen für die Maturität. So stehen in jedem Maturitätszeugnis neun Noten: Für die Grundlagenfächer je eine, für das Schwerpunktfach die achte und für das Ergänzungsfach die neunte Note. Wahlmöglichkeiten gibt es bei den Fremdsprachen, beim Schwerpunktfach und beim Ergänzungsfach. Zudem müssen alle Lernenden eine Maturitätsarbeit verfassen. Dafür gibt es ab Schuljahr 2011 eine Note. Als Vorbedingung für die Zulassung zur Maturitätsprüfung muss die Arbeit von der Betreuungsperson angenommen worden sein. 

Rahmenlehrplan für Maturitätsschulen

Der Rahmenlehrplan für die Maturitätsschulen ist 1994 von der Erziehungs-direktorenkonferenz für die ganze Schweiz erlassen worden. Darin sind die allgemeinen Lernziele sowie der erzieherische und intellektuelle Auftrag des Gymnasiums aus ganzheitlicher Sicht festgelegt. Der Rahmenlehrplan ist nach vier Lernbereichen unterteilt: Sprachen (Erstsprache, Zweitsprachen, alte Sprachen), Geistes- und Sozialwissenschaften, Mathematik und Naturwissenschaften, musische Fächer und Sport. Er enthält ausserdem die allgemeinen fächer-übergreifenden Ausrichtungen.

Verordnung des Regierungsrats

Die Verordnung des Regierungsrates über die Maturitätsabteilung an den thurgauischen Kantonsschulen regelt die Ausgestaltung der Ausbildung an den thurgauischen Maturitätsschulen im Rahmen des schweizerischen Maturitätsanerkennungsreglements.

Lehrplan der thurgauischen Maturitätsschulen

Der kantonale Lehrplan für die thurgauischen Maturitätsschulen (LTM 96) formuliert als Rahmenlehrplan den Bildungsauftrag für den maturitären Unterricht an den drei Kantonsschulen Frauenfeld, Kreuzlingen und Romanshorn, am Lehrerseminar Kreuzlingen sowie an der Thurgauisch-Schaffhausischen Maturitätsschule für Erwachsene mit Sitz in Frauenfeld.

Reglement Maturaprüfungen gültig ab 2011

Die 4. Klassen legen wenige Wochen vor den Sommerferien ihre Maturaprüfungen ab.

Schriftlich und mündlich werden folgende Fächer geprüft:

Deutsch, Französisch, Englisch, Mathematik sowie das Schwerpunktfach.

 

Die restlichen Noten des Maturazeugnisses kommen wie folgt zustande:

  • Die Erfahrungsnoten entsprechen den Noten, welche in den zwei letzten Semestern eines Faches erzielt werden.
  • Die Erfahrungsnoten in den Fächern Biologie, Chemie, Physik, Geschichte und Geographie zählen einzeln und werden im Maturazeugnis auch so aufgeführt.
  • Die Erfahrungsnoten in den Fächern Bildnerisches Gestalten und Musik werden addiert, die Durchschnittsnote ergibt die Maturanote.
  • Die Noten im Fach W+R aus der ersten Klasse zählen für die Maturaprüfung nicht.
  • Die Note der Maturaarbeit zählt für das Maturazeugnis.


Die Prüfungen werden bei der Lehrperson abgelegt, bei der die Schülerinnen und Schüler den Unterricht besucht haben. An den mündlichen Prüfungen beobachten Maturaexpertinnen und -experten den korrekten Ablauf der Prüfung.

Maturazeugnis

Im Maturazeugnis werden folgende Fächer mit Noten aufgeführt: Deutsch, Französisch, Englisch, Mathematik, Biologie, Chemie, Physik, Geschichte, Geographie, Bildnerisches Gestalten, Schwerpunktfach und Ergänzungsfach.

Auch Sport und Religion-Philosophie erscheinen im Zeugnis; diese Noten zählen jedoch für das Bestehen der Maturaprüfungen nicht.


Zudem ist im Maturazeugnis die Note für die Maturaarbeit aufgeführt, sie zählt für das Maturazeugnis.

Die Maturitätsprüfung ist bestanden, wenn in den Maturitätsfächern

1. nicht mehr als vier Noten unter 4 erteilt wurden, und


2. die doppelte Summe aller Notenabweichungen von 4 nach unten nicht grösser ist als die Summe aller Notenabweichungen nach oben.

 

Wer die Maturaprüfung nicht besteht, darf das letzte Jahr wiederholen.

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