Exkursionen

Die Sonne erwachte am Freitag dem 16. März 2011 schon früh am Morgen und strahlte am Himmel über Kreuzlingen. Für die Schüler und Schülerinnen vom Schwerpunkt- und Ergänzungsfach Mathematik und Physik der Kantonsschule Kreuzlingen begann ein aufregender Tag. In Begleitung von den Lehrern Herrn Brunner und Herrn Zurmühle machten sie sich auf den Weg nach Genf, um dort das Cern, die Europäische Organisation für Kernforschung, zu besichtigen.

 

Nach der langen Zugfahrt gönnten sich die Schüler und Schülerinnen erstmals eine kleine Pause und assen gemütlichen Zmittag im wunderschönen Genf. Dannach brachte das Tram die Gruppe ins Cern. Dort angekommen erhielten sie schon erste Eindrücke von der riesigen Anlage. Viel Zeit blieb ihnen aber nicht, denn die bevorstehende Führung begann schon bald. Der Führungsleiter war ein pensionierter Physiker, welcher selbst sehr lange im Cern tätig war. Sein trotz seines Alters noch extrem fitter Geist und seine imponierende Persönlichkeit beeindruckte die Gruppe von Anfang an. In einem halbstündigen Vortrag berichtete er über die Geschichte vom Cern und erklärte die Grundlagen der dort betriebenen Physik. Da die Schüler schon einiges an Vorwissen besassen, konnten sie ihm, meistens auf jeden Fall, gut folgen. Nach dieser kurzen Einführung wartete draussen schon ein Bus für die ganze Gruppe. Die Fahrt führte über die Grenze nach Frankreich und der Bus hielt bei einer riesigen Halle an, wo die Führung weiter ging.

Der Führer erzählte weiter, erklärte der Gruppe verschiedene Bauteile und führte sie durch das Gelände. Von den riesigen Bauteilen des LHCs (Large Hadron Collider) waren alle fasziniert. Nach dieser aufregenden Besichtigung stiegen alle wieder in den Bus ein. Der nächste Teil der Führung wurde schon am Anfang angekündigt. Nur sehr wenige Gruppen (ca 1 von 20) können zu einer der knapp 100 Meter unter der Erde liegenden Experimentierstationen des LHCs hinunter. Die Gruppe aus Kreuzlingen hatte dieses Glück, und so machten sie sich während einer 20 minütigen Busfahrt bereit für dieses Abenteuer.

In der Experimentierstation angekommen wurde die Führung an 2 Physiker aus Österreich und Italien übergeben, die zurzeit im Cern tätig sind. Sie erklärten einiges über ihr Aufgabengebiet und zeigten die Control Units der Anlage. Die Gruppe sah die Arbeiter dort vor den Computern wie sie Daten kontrollierten, erfassten und analysierten. Als sie den Raum der Control Units verlassen haben, wurden sie über die Sicherheit für das Aufhalten in den Experimentierstationen unter der Erde aufgeklärt. Dort gelten absolut strengste Regeln, wie zum Beispiel das Verbot von Tragen von offenen Schuhen oder Schuhen mit Absätzen. Als dann auch der Führungsleiter in geschlossene Schuhe gestiegen ist, und alle sich einen Helm aufgesetzt hatten, war der Lift für den Abstieg in Tiefe schon bereit. Rund 91 Meter unter der Erde ging die Besichtigung weiter. Die interessierte Gruppe war sichtlich beeindruckt von den Millionen von Kabeln und der komplizierten Anlage. Der LHC selbst konnte nicht angeschaut werden, da dort extremste Bedingungen herrschen, und sogar die Physiker selbst einen enorm aufwändigen Bereich von Sicherheitsvorkehrungen und Abklärungen durchschreiten müssen, um dort hinzugelangen. Wieder an der Erdoberfläche angekommen, beendeten die beiden Physiker die Führung, machten bei den Schülern und Schülerinnen Werbung für Praktikas und Jobs im Cern und verabschiedeten sich. Die potentiellen Nachwuchsphysiker stiegen erschöpft in den Bus zurück.

Zurück im Hauptteil des Cerns hatten alle kurz Zeit um sich ihr Hotelzimmer anzusehen und das Gepäck dort zu deponieren. Den Abend liessen sie dann gemütlich in der Stadt ausklingen und für die Gruppe ging ein aufregender Tag zu Ende.

Am Samstag hiess es dann auch schon wieder Abschied nehmen von Genf und vom Cern und die Schüler und Schülerinnen stiegen in den Zug zurück nach Kreuzlingen. Doch wer weiss, vielleicht machen sich einige von ihnen schon bald wieder auf den Weg ins Cern, um dort selbst WeltklassePhysik zu betreiben.

 

Andrea Ritzmann, Kreuzlingen, 18.3.2012

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